Jetzt ist es soweit: der kleine Mann ist fast ein halbes Jahr alt und somit bereit für "Beikost".
Nachdem es ja doch schon wieder einige Jahre her ist und ich erstaunlich viel vergessen habe, habe ich mich erst mal gründlich in die aktuellen Empfehlungen eingelesen. Vor 6 Jahren empfahl die WHO noch 6 Monate vollstillen, jetzt sind es nur noch 4. Zu dem Zeitpunkt sind gerade erst die 3-Monats-Koliken ausgestanden. Da sofort dem Darm die nächste Umstellung zuzumuten, kommt mir einfach falsch vor, überhaupt bei meinen doch sehr empfindlichen Kindern.
BLW
Eine Freundin hat mir von einer Methode namens "Baby led weaning" (kurz BLW) erzählt. Kurz: das Baby bestimmt, was und wieviel es isst. Das klingt schon mal sehr interessant. Doch natürlich gibt es auch dazu Regeln:
1. Los geht's damit erst, wenn das Baby sitzen kann (da im Liegen die Erstickungsgefahr zu groß ist) und in der Lage ist, etwas mit der Hand zum Mund zu führen.
2. "Verboten" sind: Salz, Zucker, Nüsse, E-Nummern, Geschmacksverstärker, Honig usw.
3. Das Essen wird in Form von "Finger Food" angeboten.
4. Das Baby wird einfach zu den Familienmahlzeiten mit an den Tisch gesetzt und kostet sich durch. Gestillt wird wie bisher (die Milchmenge sinkt automatisch, wenn die Menge an fester Nahrung, die aufgenommen wird steigt)
Für mich steht fest, dass BLW-Buch hat meinen Horizont erweitert. Der einzige "Nachteil" besteht für mich darin, dass es wohl doch noch einige Zeit dauern wird, bis mein kleiner Mann die Kriterien von Punkt 1 erfüllt.
Beikost nach TCM
Ebenfalls interessant ist die Beikosteinführung nach TCM. Generell fasziniert mich die bildliche Sprache, die in der östlichen Medizin und Ernährungswissenschaft benutzt wird. Wo sonst spricht man von einem "Verdauungsfeuer", welches im Darm lodert und mit trockenem Holz gefüttert werden soll. Besonders in der Erkältungsjahreszeit "Herbst" spricht mich das Bild der Schlacke, die als "Schleim" abtransportiert werden muss an. Aber alles der Reihe nach.
Während es "hier im Westen" üblich ist, Lebensmittel in ihre Bestandteile zu zerlegen und dann schöne Tabellen mit Nährwertangaben auf die Rückseite zu drucken, geht man in der TCM davon aus, dass jedes Lebensmittel eine Wirkung hat (kalt, warm, feucht, trocken). Die Lebensmittel sind den 5 Elementen Holz, Erde, Feuer, Luft und Wasser zugeordnet. Auch die Organe des Menschen sind diesen Elementen zugeordnet. Man geht davon aus, dass man durch bestimmte Lebensmittel bestimmte Organe stärken kann.
Am wichtigsten ist jedoch der Darm. Ist dieser gut "in Schuss", kann er den restlichen Körper gut mit allem was er braucht versorgen. So wird in der TCM zuerst einmal das Verdauungsfeuer ordentlich angeheizt. Bei Babys empfiehlt sich dafür ein Reiscongee. Das sind 1 Teil Reis und mindestens 6 Teile Wasser, die mind. 4 besser aber noch 6 Stunden köcheln. Nachdem der Reis quasi zerfallen ist, ist nicht mehr viel zu tun für Babys Bauch und die Speise dadurch äußerst geeignet für einen sanften Beikoststart.
Die ersten Löfferln
Lukas ist ein williges "Opfer", für mein erstes Experiment mit der fern-östlichen Ernährung. So ein Congee ist eigentlich "deppensicher" in der Zubereitung und so steht schnell ein Reis-Topf bei uns am Herd. Frei nach dem Prinzip "ich füttere meinen Kindern nichts, was ich nicht auch selbst essen würde" wage ich mich an den schleimigen Brei. Besonders viel Geschmack hat das ganze nicht. Warm ist es jedoch noch viel genießbarer als kalt. Lukas is(s)t jedoch begeistert. Am Tag1 gibt es nur wenige Löfferln. Am Tag2 verputzt er schon 1,5 EL und heute Abend (Tag3) habe ich gleich etwas mehr warm gemacht.
Mein Resümee bisher: keine Blähungen, große Begeisterung seitens des Testessers, wenig Aufwand für die Köchin und obendrein kostet es einen Bruchteil der Hipp Gläschen (die Energiekosten schon eingerechnet und da es ohnehin gerade Heizperiode ist, wird diese einfach runter reguliert)
Fortsetzung folgt...
Nachdem es ja doch schon wieder einige Jahre her ist und ich erstaunlich viel vergessen habe, habe ich mich erst mal gründlich in die aktuellen Empfehlungen eingelesen. Vor 6 Jahren empfahl die WHO noch 6 Monate vollstillen, jetzt sind es nur noch 4. Zu dem Zeitpunkt sind gerade erst die 3-Monats-Koliken ausgestanden. Da sofort dem Darm die nächste Umstellung zuzumuten, kommt mir einfach falsch vor, überhaupt bei meinen doch sehr empfindlichen Kindern.
BLW
Eine Freundin hat mir von einer Methode namens "Baby led weaning" (kurz BLW) erzählt. Kurz: das Baby bestimmt, was und wieviel es isst. Das klingt schon mal sehr interessant. Doch natürlich gibt es auch dazu Regeln:
1. Los geht's damit erst, wenn das Baby sitzen kann (da im Liegen die Erstickungsgefahr zu groß ist) und in der Lage ist, etwas mit der Hand zum Mund zu führen.
2. "Verboten" sind: Salz, Zucker, Nüsse, E-Nummern, Geschmacksverstärker, Honig usw.
3. Das Essen wird in Form von "Finger Food" angeboten.
4. Das Baby wird einfach zu den Familienmahlzeiten mit an den Tisch gesetzt und kostet sich durch. Gestillt wird wie bisher (die Milchmenge sinkt automatisch, wenn die Menge an fester Nahrung, die aufgenommen wird steigt)
Für mich steht fest, dass BLW-Buch hat meinen Horizont erweitert. Der einzige "Nachteil" besteht für mich darin, dass es wohl doch noch einige Zeit dauern wird, bis mein kleiner Mann die Kriterien von Punkt 1 erfüllt.
Beikost nach TCM
Ebenfalls interessant ist die Beikosteinführung nach TCM. Generell fasziniert mich die bildliche Sprache, die in der östlichen Medizin und Ernährungswissenschaft benutzt wird. Wo sonst spricht man von einem "Verdauungsfeuer", welches im Darm lodert und mit trockenem Holz gefüttert werden soll. Besonders in der Erkältungsjahreszeit "Herbst" spricht mich das Bild der Schlacke, die als "Schleim" abtransportiert werden muss an. Aber alles der Reihe nach.
Während es "hier im Westen" üblich ist, Lebensmittel in ihre Bestandteile zu zerlegen und dann schöne Tabellen mit Nährwertangaben auf die Rückseite zu drucken, geht man in der TCM davon aus, dass jedes Lebensmittel eine Wirkung hat (kalt, warm, feucht, trocken). Die Lebensmittel sind den 5 Elementen Holz, Erde, Feuer, Luft und Wasser zugeordnet. Auch die Organe des Menschen sind diesen Elementen zugeordnet. Man geht davon aus, dass man durch bestimmte Lebensmittel bestimmte Organe stärken kann.
Am wichtigsten ist jedoch der Darm. Ist dieser gut "in Schuss", kann er den restlichen Körper gut mit allem was er braucht versorgen. So wird in der TCM zuerst einmal das Verdauungsfeuer ordentlich angeheizt. Bei Babys empfiehlt sich dafür ein Reiscongee. Das sind 1 Teil Reis und mindestens 6 Teile Wasser, die mind. 4 besser aber noch 6 Stunden köcheln. Nachdem der Reis quasi zerfallen ist, ist nicht mehr viel zu tun für Babys Bauch und die Speise dadurch äußerst geeignet für einen sanften Beikoststart.
Die ersten Löfferln
Lukas ist ein williges "Opfer", für mein erstes Experiment mit der fern-östlichen Ernährung. So ein Congee ist eigentlich "deppensicher" in der Zubereitung und so steht schnell ein Reis-Topf bei uns am Herd. Frei nach dem Prinzip "ich füttere meinen Kindern nichts, was ich nicht auch selbst essen würde" wage ich mich an den schleimigen Brei. Besonders viel Geschmack hat das ganze nicht. Warm ist es jedoch noch viel genießbarer als kalt. Lukas is(s)t jedoch begeistert. Am Tag1 gibt es nur wenige Löfferln. Am Tag2 verputzt er schon 1,5 EL und heute Abend (Tag3) habe ich gleich etwas mehr warm gemacht.
Mein Resümee bisher: keine Blähungen, große Begeisterung seitens des Testessers, wenig Aufwand für die Köchin und obendrein kostet es einen Bruchteil der Hipp Gläschen (die Energiekosten schon eingerechnet und da es ohnehin gerade Heizperiode ist, wird diese einfach runter reguliert)
Fortsetzung folgt...
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